ist, direkt nach dem Extruder sahen die Stäbe, ich spring mal kurz, etwas anders aus, als

wir es kennen. Da haben wir nämlich so eine Art, so eine raue Oberfläche gehabt, so eine

Art Orangenhaut und die Stäbe waren noch dunkel, aber das war zu erwarten, wenn man

das Granulat sich betrachtet, dann war das klar. Aber nach dem Verrecken war diese Oberfläche

dann auch nicht mehr zu erkennen, dann war es eine glatte, vor allem danach, als wir

das dann auch nochmal strukturiert haben. Da haben die Stäbe, hier sieht man es auf dem

Bild, dann doch ähnlich aus zu unseren, abgesehen von der Farbe.

Also vielleicht nochmal eine kurze Frage, vielleicht bin ich da aber auch der Einzige, der das

nicht kennt, was ist Verrecken? Also ich hätte jetzt erst gedacht, das wäre ein Schreibspiel.

Also hier siehst du es zum Beispiel, da ist die Stabgeometrie, da ist der Stab noch breiter

und dicker und durchs Verrecken werden die quasi gestreckt, sag ich mal.

Verstrecken ist wahrscheinlich der gebräuchlichere Begriff. Also das Gerät, mit dem man das

macht, ist ein Streckwerk, deswegen heißt es bei uns häufig Verstrecken, aber im Grunde

ist es Verrecken, also ein Streckwerk oder Reckwerk, das im Grunde langziehen unter kontrollierten

Bedingungen.

Ja, genau. Also dann konnten wir erstmal stabil ein paar Stäbe extrudieren und zum Ende

hin der 100% Variante sind uns dann aber leider wieder ein paar Stäbe um die Ohren geflogen

und abgerissen beim Verrecken gerade oder mit Verstrecken. Aber nichtsdestotrotz konnten

wir ja doch einige Meter fahren. Wir haben nämlich insgesamt bei der 100% Variante 126.000 Laufmeter

extrudiert. Also damit können wir schon auf eine große Gitteranlage ein Gitter verschweißen

aber nicht auf der ganzen, also nicht die komplette Breite. Zu den Festigkeiten. Achso, genau.

Wir hatten ein bisschen Probleme. Die Stabgeometrie, also die gewünschte, die wir eigentlich haben

wollten, die für ein 40-40-Gitter benötigt gewesen wäre, nicht erreichen können. Die Stäbe

waren leider etwas breiter und auch zu dünn. Aber wir konnten da ein bisschen gegenwirken, indem

wir da nochmal ein bisschen mit den Maschinenparametern was angepasst haben. Aber leider ganz erreichen

konnten wir so trotzdem nicht. Zu den Festigkeiten, wenn wir das jetzt mal...

Vielleicht nochmal eben ganz kurz, James. Das heißt, ihr habt im Grunde genommen die Variante

100% und dann im Grunde genommen 20% ausprobiert oder habt ihr dazwischen auch noch gespielt?

Nee, dazwischen haben wir nichts gemacht. Wir haben 100% und 20% gefahren.

Okay.

Wir können dazwischen, also erklärt das nicht, weil wir nicht wollten, sondern wir können

auf den Anlagen technisch gesehen nur eine Hauptkomponente und eigentlich eine Zusatzkomponente

was normalerweise ein Masterbatch ist, verarbeiten. Deswegen kann die Dosierung nur eine, sozusagen

ein Granulat mit großer Menge fördern und eins nur sehr beschränkt. Und wir haben gesagt

okay, dann nehmen wir über die Hauptkomponente eben das Virgin-Material und gucken dann

wie viel wir über diesen eigentlichen Batch-Dosierer dazu dosiert kriegen.

Und das sind halt 20% im Maximum.

Und dass diese Stäbe jetzt dünner geworden sind, das führt ja jetzt auch darauf zurück

dass es eben kein Virgin-Material war. Aber warum sollte das so sein?

Also das ist für mich noch nicht so ganz klar.

Ja, das ist ganz einfach, wenn man darüber nachdenkt und den Prozess kennt. Das Material

was wir jetzt als RC-Material haben, das hatte ungefähr die dreifach, eine dreifach niedrigere

Viskosität, höhere Viskosität? Also niedrigere Viskosität, also dreifach Viskosität.

Okay.

Ja, also man muss sich das jetzt ohne zu viel zu verraten. Die Stäbe werden senkrecht aus einer

recht großen Düse extrudiert. Dann fallen die erstmal nach unten, gehen durch ein Wasserbad.

Und dann sieht man das, was James vorhin gezeigt hat. Also so einen ungefähr 2, 5 cm breiten Stab.

Der hat, weiß ich nicht, 2 mm Dicke oder 2, 5 oder so. Und der wird dann über mehrere Streckwerke

auf geeignete Art und Weise eben so lang gezogen, dass sich die Moleküle orientieren und am Ende

dieser für uns nutzbare Stab rauskommt. Und durch diesen höheren MFI, das ist der Wert dafür

fällt der anders ins Wasser. Der zieht sich sozusagen auf der Fallstrecke schon lang und wird dabei eben

ja, streckt sich dabei schon und verliert dabei Dicke an der Stelle und wird ein bisschen breiter.

Ist so. Also das kann man sicherlich durch Einstellungen, die eben, ich sag mal, die MFI ist ja eine Funktion
